Alles, was man beim Kaminofen-Kauf beachten soll

Bevor es richtig losgeht ...

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Übrigens: Kennen Sie auch schon unseren Schornstein-Ratgeber?

Wer einen Kaminofen sucht, möchte mehr Gemütlichkeit, wohlige Wärme und knisterndes Feuer in die eigenen vier Wände holen. Doch oft steht der künftige Besitzer einer solchen Feuerstätte vor der Herausforderung, sich für das richtige Gerät zu entscheiden. Aber keine Angst – der Ofenexperte hat zu allen Fragen rund um den neuen Wärmespender der passenden Antworten. So wird der Online Kauf zum Kinderspiel.

Viele Bauherren wünschen sich einen Kaminofen, wissen aber nicht genau, welche technischen Voraussetzungen er erfüllen muss. Und wie der Einbauort beschaffen sein soll, damit die Feuerstätte sicher und brandschutzgerecht betrieben werden kann. Nach und nach füllen wir diesen Ratgeber mit den wichtigsten Informationen. Schauen Sie also immer wieder mal vorbei oder stellen Sie einfach Ihre Frage.

Empfehlung: Welchen Kaminofen soll ich kaufen?

Die schwierigste Frage gleich zu Anfang :-). Die Wahl des passenden Ofens ist im Wesentlichen von zwei Voraussetzungen abhängig:

  1. die persönliche Vorliebe für das Design und den Einsatzzweck,
  2. die örtlichen Gegebenheiten, die möglicherweise technische Eigenschaften erfordern.

Erste Ideen für den Platz eines Kaminofens
Aller Anfang ist einfach. Mit einer Maßskizze und ein paar Fragen sind Sie auf dem richtigen Weg.

Wer einen Kaminofen sucht, hat meistens eine bestimmte Vorstellung über das Design im Kopf, denn so ein Ofen soll sich in ein bestehendes oder entstehendes Wohnumfeld einfügen. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie so ein Schwedenofen genutzt wird:

Und dann gibt es noch einige technische Fragen zu berücksichtigen, wie beispielsweise:

Nicht selten haben Ofenhändler mehrere Hundert Modelle zur Auswahl. Deshalb sollte man gut vorbereitet zur Tat schreiten.

Dieser Ratgeber wird Ihnen dabei eine gute Hilfe sein.

Sollte man einen Kaminofen überhaupt online bestellen?

Ein Kaminofen ist heute im Internet genau so einfach bestellbar wie Katzenfutter, Schuhe oder ein Auto. Ein guter Online-Shop für Kaminöfen zeichnet sich aus durch:

Am Ende schlägt sich ein gutes Angebot keineswegs nur im günstigsten Preis nieder. Denn hier unterscheidet sich der Ofenexperte Ihres Vertrauens von der servicefreien Zone so manchen Garagenhändlers.

Online-Kauf eines Kaminofens mit Zubehör
Bestseller-Ofen Olsberg Palena mit Zubehör im Online-Shop (Preisänderung möglich)

Nicht vergessen: So ein Ofen ist ein technisches Produkt, das pfleglich behandelt werden will. Das beginnt schon beim Transport vom Shop zum Kunden. Setzt der Händler eine bekannte und zuverlässige Spedition ein, ist das ein wichtiger Pluspunkt. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass Speditionen aus Versicherungsgründen nur bis an die Bordsteinkante liefern dürfen. Auf den Weitertransport des Ofens auf das Grundstück und weiter zum Einbauort sollte der Bauherr vorbereitet sein. Ein oder zwei Helfer sowie ein gepolstertes Transportmittel wären nicht schlecht, um den womöglich über 150 kg wiegenden Ofen sicher (und immer aufrecht!) zu bewegen.

Es ist angeraten, die Montage der Feuerstätte einem Fachmann zu überlassen. Ein guter Online-Händler hat dafür entweder eigenes Personal am Start oder kann einen zuverlässigen Ofenexperten vermitteln. Dann lässt sich sicherstellen, dass die Feuerstätte fachmännisch angeschlossen wird und der Schornsteinfeger die Abnahme vornehmen kann.

Insofern ist dem Online-Kauf eines Kaminofens überhaupt nichts entgegenzusetzen - es kommt eben auf den kompetenten Partner an.

Welches Design ist für einen Kaminofen empfehlenswert?

Das Design eines Kaminofens sollte natürlich den persönlichen Vorlieben entsprechen und zur Einrichtung des Aufstellraumes passen. Viele Bauherren möchten zu allererst eine möglichst große Sichtscheibe für ihren Kaminofen, damit der Blick auf das prasselnde Feuer zum wahren Genuss wird. Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass eine große Ofenscheibe auch oft mit einer hohen Heizleistung einhergeht. Die Heizleistung muss jedoch zur Raumgröße passen.

Innendesigner geben zwei verschiedene Empfehlungen aus:

  1. Entweder passt die Erscheinung des Ofens mit Form, Größe und Verkleidung zu möglichst 100 % zu seiner Umgebung. Das heißt ein rustikaler Ofen sieht in eine Landhaus-Umgebung gut aus und ein Designerstück passt hervorragend in ein modern eingerichtetes Loft.
  2. Oder aber Sie wagen den harten Bruch und stellen ein schlichtes Modell in eine Biedermeier-Wohnung oder ein historisierendes Kachelofen-Design in ein Architektenhaus. Dann wird die Feuerstätte umgehend zum Hingucker und Blickfang, der sofort die Aufmerksamkeit von Gästen auf sich zieht.

Der Markt hält eine große Menge unterschiedlicher Kaminöfen – in einigen Gegenden Deutschlands nennt man sie auch Schwedenofen – bereit. Eine Kurzübersicht der gängigsten Formen, Verkleidungen und Materialien finden Sie nachfolgend.

Öfen in verschiedenen Größen und Grundformen

Sehr beliebt sind Öfen mit rundem Querschnitt – ein so genannter Säulenofen – aber auch ovale Grundflächen gehören zu den Favoriten. Öfen mit angeschnittenen Seitenflächen (vorn gebogen, an den Seiten und / oder an der Rückseite gerade) ermöglichen eine platzsparende Aufstellung, weil man diese Öfen etwas dichter an nicht brennbare Bauteile rücken kann.

Kaminöfen mit eckigem Grundriss passen gut in beengtere Wohnverhältnisse, weil sie den vorhandenen Platz am besten ausnutzen.

Oft richtet sich die Ofenform nach dem Ort der Aufstellung. In den meisten Fällen wird ein Kaminofen entweder vor eine gerade Wand oder in die Ecke eines Raumes gestellt. Kreisrunde und eckige Öfen machen sowohl in Raumecken als auch vor der Wandmitte eine gute Figur. Es gibt aber auch eine spezielle Ofenform, den Eckofen, der Zimmerecken besonders effektiv nutzt und oft dicht in die Ecke gestellt werden kann.

Schwedenofen mit Stahlmantel oder Verkleidung aus Keramik und Naturstein

Verschiedene Verkleidungen für den Karabo von Koppe
Der deutsche Hersteller Koppe bringt seine zuverlässigen Öfen in verschiedenen Varianten auf den Markt. Von links: Der Koppe Karabo mit Stahlverkleidung, mit Keramikverkleidung und mit Sandsteinverkleidung

In der Standardausführung verfügen die meisten Kaminöfen über einen Stahlkorpus, der mit einem hitzebeständigen Lack beschichtet ist. Gängige Lackfarben sind schwarz, grau und braun. Sehr modern muten die Ofenmodelle einiger Hersteller an, deren Korpus mit weißem Lack beschichtet ist. Andere Öfen sind mit einem natürlichen Rost-Look versehen - so genanntem Corten-Stahl.

Kachelverkleidung

Die meisten Hersteller bieten darüber hinaus mineralische Verkleidungen für ihre Ofenmodelle an. Es gibt Kachelverkleidungen in allen erdenklichen Farben und Oberflächen-Strukturen. Jeder Hersteller verfolgt dabei eine eigene Philosophie – meist passend zum Design des Grundgerätes. Glatte, glänzende oder erhabene Oberflächen können dabei mit klassischen Kachelfarben in terracotta, ahorn oder hermatit korrespondieren. Zunehmen halten auch freche Farben wie apfelgrün und kirschrot Einzug in die Kaminofenwelt. Einige Kaminöfen ahmen sogar klassische Kachelöfen nach.

Natursteinverkleidung

Sehr begehrt sind aber auch Ofenverkleidungen aus Naturstein. Beliebte Steinverkleidungen bestehen aus exotischem Sandstein, dessen Maserung manchmal wie Holz anmutet. Andere sind aus behauenem Kalkstein oder geglättetem Marmor. Große Nachfrage besteht immer wieder nach Verkleidungen aus Serpentinstein. Dieser ähnelt dem klassischen Speckstein in Farbe und Haptik sehr stark, ist jedoch deutlich fester, weil seine mineralische Zusammensetzung etwas anders ausfällt. Einige Hersteller bezeichnen ihn auch als Natstone.

Wird der Ofen außen sehr heiß?

"Was ist das denn für eine Frage?", werden Sie denken. Dennoch wird sie gerade von unerfahrenen Ofeninteressenten sehr häufig gestellt. Na klar, wird der Korpus des Ofens warm, möglicherweise richtig heiß. Schließlich ist es ein OFEN (und kein Kühlschrank ;-) )

Ein Hintergrund für diese Frage ist oft die Sorge um unbedarfte Kinder oder neugierige Haustiere, die sich am heißen Korpus verletzen könnten. Schließlich erkennt man am Außenmaterial eines Ofens nicht, welche Temperatur es hat. Grundsätzlich ist es so, dass alle Ofenbauteile vom Feuerraum aufwärts einer starken Wärmeentwicklung ausgesetzt sind, während der Ofen im unteren Bereich meist kühl bis lauwarm bleibt.

Daraus ergibt sich auch gleich ein zweiter Beweggrund, eine solche scheinbar unsinnige Frage zu stellen. Wenn der Türgriff auf Höhe des Feuerraums liegt und dieser womöglich direkt der Wärmestrahlung ausgesetzt ist, dann wird sich dieser stark erhitzen. Einige Hersteller verwenden so genannte Hohlgriffe, die durch den natürlichen Auftrieb von kühler Raumluft durchströmt werden, was die Materialwärme teilweise abtransportiert. Andere Marken reduzieren die Größe und Stärke des Griffmaterials, manche verwenden edles Holz und andere setzen Spiralkonstruktionen ein, wie man sie aus der Küche kennt.

In jedem Fall ist im Umfeld eines brennenden Ofens Vorsicht geboten, Mut wird meistens nicht belohnt und ein guter Ofenhandschuh (der den meisten Modellen beiligt) hat schon so manche Katastrophe verhindert.

Brauche ich für meinen Ofen einen Speicher?

Klar, ein Kaminofen soll in erster Linie wärmen. Er gibt seine Wärme als Strahlung durch die Kaminscheibe an den Wohnraum ab. Außerdem wird im Ofen die Luft rund um den Feuerraum erwärmt und steigt als so genannte Konvektionswärme nach oben. Kalte Raumluft fließt von unten nach – so entsteht ein Kreislauf.

Schamottespeicher von Cera
Foto: Speicherblock und Speicherofen von Cera. Die Formschamotte (links) wird oberhalb des Feuerraums verbaut. Heiße Abgase werden kanalisiert durch den Speicher geleitet und heizen ihn nachhaltig auf.

Doch es gibt eine dritte Wärmeart – die Speicherwärme. Viele Menschen kennen das vom guten alten Kachelofen. Er wärmte das Wohnzimmer auch dann noch, wenn das Feuer bereits erloschen war. Voraussetzung ist jedoch, dass es ein Speichermedium gibt, das die Wärmeenergie aufnimmt und über einen längeren Zeitraum abgibt. Moderne Kaminöfen arbeiten mit Speicherelementen aus Formschamotte, die genau zum jeweiligen Ofenmodell passen.

Die Grundregel für Speicher lautet: Je höher die Speichermasse, umso nachhaltiger ist die spätere Wärmeabgabe. Allerdings benötigt dann auch das Aufheizen der Schamotte entsprechend länger. Im Normalfall geben Kaminöfen zwischen zwei und fünf Stunden nach Erlöschen des Ofenfeuers noch Speicherwärme ab. Spitzenmodelle wie beispielsweise der Austroflamm Chester Xtra bringt es laut Angabe durch den Hersteller sogar auf bis zu zwölf Stunden.

Ob man nun tatsächlich einen Wärmespeicher benötigt, hängt natürlich vom Einsatzzweck des Kaminofens ab. Wird der Ofen als primäre Wärmequelle eingesetzt, dann ist ein Speicher sehr sinnvoll, denn er versorgt den Aufstellraum nachhaltig mit Wärme. Soll das Ofenfeuer jedoch hauptsächlich der Stimmung und Gemütlichkeit gelten, und der Ofen dient nur der Unterstützung der herkömmlichen Heizquellen, dann kann womöglich auf den Speicher verzichtet werden. Insbesondere bei neuen, energetisch hochwertig errichteten Häusern, die von sich aus sehr gut mit der Raumwärme haushalten, gibt es für Bauherren den klaren Tipp, das Geld statt in Speicher lieber in Design und Qualität für eine langlebige Feuerstätte zu investieren.

Temperaturkurve eines Ofenspeichers während eines Zyklus
Die sauerländische Ofenmarke DROOFF zeigt mit dieser Grafik, wie sich ihr Hochleistungsspeicher im Laufe eines Zyklus verhält. Dieser Speicher ist in unterschiedlichen Mengen für die bauähnlichen Modelle Andalo (17 kg), Solaro (52 kg) und Lovero (140 kg) verfügbar.

Wie sinnvoll ist eine automatische Ofenregelung?

Die klassische Ofensteuerung besteht aus zwei Reglern für die Regulierung der Zuluft. Einer dosiert die Feuer anfachende Primärluft und einer steuert den Strom der Sekundärluft für die Scheibenspülung und die effiziente Verbrennung. Einige Modelle kombinieren diese Regelungen in einem einzigen Luftschieber.

Aber es gibt auch Ofenmodelle mit Verbrennungsluftautomatik. Hier wird die Temperatur am Brennraum oder im Abgasstrom gemessen und je nach Voreinstellung die Luftzufuhr so gesteuert, dass ein optimales Ofenfeuer entsteht. Damit wird einerseits ein schönes Flammbild, aber auch eine effiziente Verbrennung erzielt. Einige Ofenmodelle arbeiten mit Tauchhülsen, bei denen sich eine Flüssigkeit ausdehnt und eine Mechanik bedient, die die Regler verschiebt. Andere Schwedenöfen verfügen über eine Bimetallkonstruktion, bei der sich unterschiedliche Metalle verschieden stark ausdehnen und die Schieber bedienen. Und es gibt elektronische Steuerungen, die sehr genau arbeiten und die Parameter über eine eigene Sensorik im Ofen abnehmen.

Automatische Ofenregelung von Olsberg
Zuverlässige elektrische Ofenregelung OEC von Olsberg

In jedem Fall ist die automatische Ofenregelung eine sinnvolle Funktion, denn mit ihr erzielt der Anwender neben einem schönen Flammbild eine optimal sparsame Ausnutzung des Brennstoffs. Außerdem ist es einfach bequemer, wenn man nicht laufend aus der Genießerposition vor dem knisternden Kaminfeuer aufstehen muss, um die Regler manuell zu bedienen. Natürlich gibt es Ofenbesitzer, die das archaische Gefühl brauchen, und das Feuer selbst kontrollieren wollen. Die verzichten gern auf die Verbrennungsluftautomatik.

Wann brauche ich einen raumluftunabhängigen Ofen?

Wenn Sie ein neues Haus gebaut haben, dessen Konstruktion den modernsten energetischen Richtlinien folgt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie einen Kaminofen benötigen, der auf Raumluftunabhängigkeit geprüft worden ist.

Viele Ofenkäufer meinen zunächst, dass der raumluftunabhängige Betrieb mit der externen Zufuhr der Verbrennungsluft erledigt sei. Die meisten der von uns angebotenen Ofenmodelle verfügen über einen externen Verbrennungsluftanschluss, der es ermöglicht, die Zuluft für den Ofen aus benachbarten Räumen oder aus dem Außenbereich zu holen. Das verbessert möglicherweise das Raumklima während des Betriebs des Ofens, bedeutet aber noch nicht, dass der Ofen komplett unabhängig von der Raumluft betrieben wird. Über kleine Öffnungen an Türen und Rohrverbindungen kann auch ein geringer Teil der Umgebungsluft des Wohnraums in den Verbrennungsprozess eindringen.

Ein Ofen, der tatsächlich raumluftunabhängig betrieben werden soll, muss über eine besondere Dichtigkeit verfügen. Dabei wird er beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) einer strengen Prüfung unterzogen. Auch die Rohrverbindungen müssen besonders dicht sein. Nur so wird gewährleistet, dass der Ofen autark im System von Zuluft und Abgas betrieben wird. Die meisten raumluftunabhängigen Öfen verfügen über eine selbstschließende Tür ohne Verriegelung. Die Tür wird über Federmechanismen besonders fest an den Ofenkorpus gepresst und hält somit auch vergleichsweise starkem Druck im Verbund von Verbrennungsluft und Abluft stand.

Für den raumluftunabhängigen Betrieb ist es erforderlich, dass die Zuluft über ein gesondertes System an die Feuerstätte geführt wird. Dies kann beispielsweise in Verbindung mit dem Abgas-Schacht als Luft-Abgas-System (LAS-Schornstein) erfolgen. Entweder wird der Freiraum (Ringspalt) rund um das Abgasrohr des Schornsteins genutzt oder aber die Esse hat einen separaten, meist etwas kleineren Zuluftschacht. Es ist aber auch möglich, die Verbrennungsluft über eine separate Leitung zuzuführen. Entweder durch die Bodenplatte, auch durch den Kellerraum oder aber direkt über die Außenwand. Um Wärmeverluste in der kalten Jahreszeit zu vermeiden, kann erwogen werden, in diese Rohrleitung eine Zuluftklappe zu verbauen.

Anschlussmöglichkeiten für einen raumluftunabhängigen Ofen
Verschiedene Möglichkeiten, eine Feuerstätte raumluftunabhängig anzuschließen: (1) Luft-Abgas-System Ringspalt-Variante, (2) Luft-Abgas-System externer Zuluftschacht, (3) Verbrennungsluftversorgung über Zuluftleitung (Bodenplatte), (4) Verbrennungsluftversorgung über Außenwand

Verwirrend sind manchmal die Bezeichnungen der Ofenhersteller: raumluftunabhängig, auf Raumluftunabhängigkeit geprüft, auf Raumluftunabhängigkeit vorbereitet. In jedem Fall ist ein Ofen für den raumluftunabhängigen Betrieb nur dann zugelassen, wenn er tatsächlich die entsprechende DIBt-Zulassung vorweisen kann. Immer mehr Ofenmodelle werden dieser Prüfung unterzogen.

Vorgeschrieben sind auf Raumluftunabhängigkeit geprüfte Feuerstätten insbesondere bei Gebäuden, die über eine kontrollierte Be- und Entlüftung verfügen. Hier bestünde nämlich sonst die Gefahr, dass die Lüftungsanlage so stark Luft aus dem Raum saugt, dass sie möglicherweise auch das Rauchgas direkt aus dem Ofen saugt. Dieses Sicherheitsrisiko muss verhindert werden.

Eine Alternative ist möglicherweise die Drucküberwachung im Abgasstrom, die bei gefährlichen Situationen die Lüftungsanlage abschaltet. Ihr Einsatz ist aber von der Einzelfallentscheidung Ihres Schornsteinfegers abhängig.

Was tue ich gegen eine schmutzige Kaminscheibe?

Für rußige Scheiben gibt es mehrere Gründe. Häufigster Grund ist die unvollständige Verbrennung des Holzes, so dass es zu übermäßig starker Rußentwicklung kommt. Ursachen können sein:

  1. Das Holz ist nicht trocken genug. 18% Kernfeuchte sind ideal. Feuchtemesser gibt's für kleines Geld im Baumarkt.
  2. Sie verwenden stark harzhaltiges Holz. Die Verbrennung von Harz sorgt für eine ungünstige Abgaszusammensetzung. Deshalb vorhandenes Nadelholz am besten zum Zuheizen benutzen.
  3. Sie heizen mit zu wenig Holz. Viele Ofenbesitzer haben beim Ofenkauf den Wunsch nach einer großen Ofenscheibe. Öfen mit großer Scheibe haben oft eine hohe Nennwärmeleistung, einhergehend mit einem höher angesiedelten Leistungsbereich. Dieser kann möglicherweise zu hoch für den Aufstellraum sein. Um den Raum nicht zu überheizen, wird dann mit wenig Brennmaterial geheizt. Die notwendigen Thermiken im Ofen für eine funktionierende Scheibenspülung kommen damit nicht in Gang und die rußbelasteten Verbrennungsgase kommen leichter in Kontakt mit der Scheibe.

Scheibenspülung Drooff Varese
Foto: Das Ofenmodell Varese des sauerländischen Ofenherstellers Drooff ist bekannt für seine exzellente Scheibenspülung. So sorgt er für klare Sicht auf das Kaminfeuer.

Die Scheibenspülung ist eine Vorrichtung, bei der im Ofenkorpus vorgewärmte Luft oberhalb der Sichtscheibe ausgeströmt wird und als Luftfilm an der Innenseite der Scheibe nach unten fällt. Dadurch wird verhindert, dass die Rußgase direkt mit der Scheibe in Kontakt kommen.

Abhilfe schafft während des Ofenbetriebs das Öffnen der Zuluft, auch in Kombination mit dem Auflegen von mehr Brennstoff, so dass die Rußverschmutzungen unter starker Hitze verbrennen. Bei kaltem Ofen sollte man die Scheibe regelmäßig reinigen, um eine glatte Oberfläche zu schaffen, an der sich weniger Ruß festsetzt.

Für die Reinigung der Kaminscheibe gibt es im Internet unzählige "Geheimtipps". Grundsätzlich sollte ein dafür hergestellter Kaminscheibenreiniger verwendet werden, der nach der Einwirkzeit mit einem weichen Tuch wieder aufgenommen wird. Mit sauberer Holzasche und feuchter Zeitung bekommt man die Scheibe auch rußfrei, muss sie allerdings anschließend putzen, weil Feuchtigkeit und Asche Schlieren hinterlassen. Abzuraten ist von Backofenreiniger, da dieser vorrangig für emaillierte Flächen gedacht ist. Im Ofen sind aber weniger geschützte Metalle verbaut, so dass dieses aggressive Reinigungsmittel vorzeitig zu Korrosion führen kann.

Wann lohnt sich ein wasserführender Kamin?

Wie schön wäre es, wenn man die Ofenwärme noch effizienter nutzen könnte, um beispielsweise die Zentralheizung oder die Warmwasserbereitung zu unterstützen. Kein Problem – wasserführende Öfen und Kamine erfüllen diesen Traum. Fast alle Kaminofenhersteller haben Modelle im Programm, die mit dieser Funktion ausgestattet sind. Dabei wird das heiße Abgas und womöglich die aufgeheizte Umgebung des Feuerraums genutzt, um im Wärmetauscher – auch Wassertasche genannt - Heizungswasser zu erwärmen. Dieses wird über einen Kreislauf und verschiedenen Regelstationen zu einem Pufferspeicher geführt, bei dem ebenfalls durch Wärmetausch verschiedene Verbraucher mit Warmwasser versorgt werden können.

Neben einem Zulauf und einem Ablauf benötigt ein wasserführender Kaminofen aus Sicherheitsgründen auch einen Frischwasseranschluss und einen Abwasseranschluss. Fällt nämlich die Regeltechnik aus und der Brauchwasserkreislauf kommt zum Stillstand, würde sich das Wasser im Ofen so stark erhitzen, dass es zu Beschädigungen kommt. Schließlich kann man das Ofenfeuer nicht einfach löschen. Über die so genannte Thermische Ablaufsicherung (TAS) wird in diesem Falle das Brauchwasser mit Frischwasser gekühlt. Das Frischwasser fließt in das Abwasser ab.

Schema einer wasserführenden Anlage mit Kaminofen
Schema einer wasserführenden Anlage mit Kaminofen

Unter dem Strich ergibt sich aber für Vielheizer eine energiesparende Möglichkeit, mit geringeren Heizkosten über den Winter zu kommen. Ehrlicherweise muss gesagt werden, dass der Vorteil der Wassertechnik für Gelegenheitsnutzer eines Kaminofens fraglich ist. Hier lohnt es sich oft eher, stattdessen in andere der vorgenannten Technologien, in eine bessere Ofenqualität oder in ein ansprechendes Ofendesign zu investieren.

Welche Sicherheitsnormen soll mein Ofen erfüllen?

Wer heute einen Ofen kauft, möchte möglichst lange Feuerfreude erleben. Damit dies auch im Einklang mit den Umweltvorschriften steht, erfüllen aktuelle Modelle die verschärften Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImschV Stufe 2). Sie haben die erforderliche Typprüfung bestanden, halten die Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Staub ein und erfüllen die Mindestanforderung an den Wirkungsgrad. Diese Öfen haben einen Bestandsschutz mindestens bis 2024.

Die erste Stufe der BImschV gilt seit dem 22. März 2010. Darin wurde für Kamine und Öfen festgelegt, dass sie maximal 0,15 g/m³ Feinstaub und 4 g/m³ Kohlenmonoxid abgeben dürfen. Für Feuerstätten älteren Baujahres gelten Übergangsfristen für den Umbau (mit dem diese Werte nachweislich erreicht werden können) oder die Außerbetriebnahme.

Herstelldatum laut Typenschild Umbau oder Außerbetriebnahme
bis einschließlich 31. Dezember 1974 oder
wenn das Datum der Herstellung nicht nachweisbar ist
bis 31. Dezember 2014
ab 1. Januar 1975 bis einschließlich 31. Dezember 1984 bis 31. Dezember 2017
ab 1. Januar 1985 bis einschließlich 31. Dezember 1994 bis 31. Dezember 2020
ab 1. Januar 1995 bis einschließlich 21. März 2010 bis 31. Dezember 2024

Die zweite Stufe der BImschV mit deutlich strengeren Grenzwerten gilt für Öfen und Kamine, die ab dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen wurden. Bei ihnen dürfen im Abgas maximal 0,04 g/m³ Feinstaub und 0,125 g/m³ Kohlenmonoxid vorhanden sein.

Es gibt aber auch andere, meist regionale Vorschriften. Teilweise abweichende Normen im deutschsprachigen Raum sind beispielsweise:

Welche Leistung muss mein Ofen haben?

Schön warm soll es sein, wenn der Schwedenofen angezündet wird. In den meisten Einsatzfällen wird der Ofen aber dort aufgestellt, wo es schon eine herkömmliche Heizung gibt. Insofern wird der Kaminofen entweder für ein gemütliches Raumgefühl oder maximal zur Entlastung der Zentralheizung eingesetzt.

Die Heizleistung sollte also möglichst genau zum Aufstellort passen. Als Faustformel für die Wärmeleistung gilt: 1 KW je 20 m³ Raumluft. Natürlich lassen sich Türen öffnen und somit größere beheizbare Räume erzielen, sind jedoch die Türen verschließbar, wird sich der für die Abnahme zuständige Schornsteinfeger möglicherweise nicht auf den Wunsch nach höherer Leistung einlassen.

Natürlich entscheidet der Ofenbesitzer selbst, mit welcher Leistung er seinen Ofen betreibt, indem er mehr oder weniger Brennholz auflegt. Für die Zulassung entscheidend ist jedoch die Nennwärmeleistung eines Ofens. Diese wird auf dem amtlichen Prüfstand ermittelt und bescheinigt bei einer entsprechenden Brennstoffmenge eine umweltgerechte und saubere Verbrennung. Die meisten Hersteller jedoch geben zusätzlich einen Leistungsbereich an, in dem ein Kaminofen nach eigenen Tests ebenso gut funktioniert. Wird der untere Grenzwert unterschritten, weil Sie beispielsweise zu wenig Holz auflegen, dann droht eine unvollständige Verbrennung, die Scheiben verrußen und die Abgase sind umweltschädlich. Heizen Sie mit zu hoher Leistung, wird der Ofen einem schnelleren Verschleiß ausgesetzt und seine Lebensdauer sinkt.

Kann ich mehrere Feuerstätten an meinen Schornstein anschließen?

Die Mehrfachbelegung eines Schornsteins mit Feuerstätten ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

Mit der Berechnung des passenden Schornsteinquerschnitts können Sie Ihren bevollmächtigten Schornsteinfeger beauftragen. Er entscheidet auch anhand der Bedingungen vor Ort, ob und wie ein Schornstein mehrfach belegt werden kann.

Entscheidend ist jedoch, dass die Bauart der angeschlossenen Öfen und Kamine verhindert, dass aus Teilen der Gesamt-Anlage, die gerade nicht in Betrieb sind, Rauchgas austritt. Dazu ist es grundsätzlich erforderlich, dass die Feuerraumtüren selbstschließend sind. Somit ist auch garantiert, dass die Feuerstelle außer während der Ofenbedienung, nicht offen betrieben wird. Diese Feuerstätten werden häufig unter der Bezeichnung "Bauart 1" geführt.

Um die Gefahr des Rauchgasaustritts bei Mehrfachanschluss weiter zu verringern, können auch folgende Maßnahmen empfohlen oder angeordnet werden:

Alle genannten Maßnahmen dienen am Ende der persönlichen Sicherheit, denn im Wohnraum austretendes Rauchgas kann lebensgefährliche Folgen haben. Und Sie wollen bestimmt noch lange Ihr Kaminfeuer genießen.

Kann ich einen Kaminofen auf meine Fußbodenheizung stellen?

Damit ein Kaminofen sicher betrieben werden kann, muss er fest stehen. Dazu ist ein stabiler und ausreichend belastbarer Fußboden nötig. Zwar ist jedes gut gefüllte Bücherregal schwerer als ein mittelgroßer Kaminofen, doch wächst die Fußbodenbelastung mit jedem Ausstattungs-Extra. So steigert beispielsweise eine Natursteinverkleidung oder auch der Wärmespeicher das Gewicht des Ofens erheblich um 100 kg oder mehr. Ein einfacher Kaminofen ohne Zusatzausstattung wiegt meist zwischen 150 und 250 kg. Genaue Gewichtsangaben liefern die Hersteller in Ihren Datenblättern.

Wie stark der Fußboden belastbar ist, lässt sich bei Neubauten entweder aus den Bauunterlagen entnehmen oder beim Bauträger erfragen. Die Frage ist vielen Bauherren besonders dann wichtig, wenn am Einbauort eine Fußbodenheizung verlegt wurde. Im Zweifel lässt sich in der Planungsphase die Fußbodenheizung im Bereich des zukünftigen Kaminofens aussparen und mit einem stabilen Estrich auffüllen. Reine Speicheröfen (so genannte Speckstein-Öfen), Kachelöfen oder handwerklich gesetzte Heizkamine wiegen oft deutlich mehr als 500 kg und nehmen eine wesentlich größere Aufstellfläche ein. Hier ist es in den meisten Fällen richtig, am Aufstellort auf eine Fußbodenheizung zu verzichten.

Wie müssen Höhe und Querschnitt des Schornsteins bemessen sein?

Zu jeder Feuerstätte, in der Holz, Holzbriketts, Pellets oder Kohle verbrannt wird, ist ein sicherer Abgaszug vorgeschrieben. Ein solcher Schornstein – in einigen Regionen auch Kamin oder Esse genannt - muss die mitunter schädlichen Rauchgasanteile sicher aus dem Gebäude führen.

In alten Gebäuden gibt es häufig gemauerte Schornsteine, deren Innenleben nach Jahren der Benutzung oder des Stillstandes vor der Wiederinbetriebnahme untersucht und gegebenenfalls saniert werden sollte. Die Sanierung eines Schornsteins erfolgt in den meisten Fällen entweder durch das Auffüllen der inneren Fugen mit Beton oder durch das Einziehen eines einwandigen Edelstahlrohres. Die Art der Sanierung ist auch von der Art der angeschlossenen Feuerstätte abhängig. Hinweise dazu gibt der zuständige Schornsteinfeger.

Moderne innenliegende Schornsteinsysteme sind mehrschalig aufgebaut und bestehen aus einem Rauchgasrohr aus Keramik oder Edelstahl, einer Dämmschicht und einem Außenmantel aus Beton oder Leichtbaustoff.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Neubauten ohne Schornstein errichtet. Für diese Gebäude und für Einbausituationen bei denen ein vorhandener Schornstein falsch platziert ist, gibt es außenliegende Schornsteinsysteme aus doppelwandig gedämmten Edelstahlrohr.

Für den Schornsteinbau gelten strikte Vorschriften für den Brand- und Umweltschutz. Die Austrittsöffnung von neuen Schornsteinen bei Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe muss:

Schema der vorgeschriebenen Abstände einer Schornsteinmündung
Schema der vorgeschriebenen Abstände einer Schornsteinmündung

Der Querschnitt eines Schornsteins ist für die ordnungsgemäße Funktion sehr wichtig. Denn erst die korrekte Dimension verleiht dem Schornstein den richtigen Zug. Die Querschnittsberechnung nimmt der Schornsteinfeger vor, wenn er die Art und Größe des Ofens oder Kamins kennt.

Wozu brauche ich einen Verbrennungsluft-Stutzen?

Die Verbrennungsluft erweckt das Feuer zum Leben. Damit Feuer brennt, benötigt es Sauerstoff. Diesen erhält es im herkömmlichen Fall aus der Raumluft. Nach der Verbrennung wird das entstandene Abgas durch den Schornstein abgeführt. In älteren Gebäuden strömt neue Zuluft über kleine Undichtigkeiten wie beispielsweise an Fenstern und Türen nach. Die meisten aktuellen Öfen verfügen über Verbrennungsluftstutzen, die es gestatten, die Zuluft gezielt aus externen Bereichen zu beziehen. Das können benachbarte Räume sein wie beispielsweise der Hausanschlussraum und ein darunter liegender Keller oder aber auch der Außenbereich.

Anschlussstutzen für die Verbrennungsluftzufuhr eines Kaminofens der Marke Oranier
Foto: Anschlussstutzen für die Verbrennungsluftzufuhr eines Kaminofens der Marke Oranier

Damit im strengen Winter keine unnötige Kälte ins Haus kommt, kann man die Verbrennungsluft vorwärmen, indem man sie zunächst durch andere innenliegende Bauteile führt. Das kann der Keller oder die Bodenplatte sein. Es gibt auch Lösungen, die über einen zweiten Kanal im Schornstein verfügen. Solche so genannten Luft-Abgas-Schornsteine (LAS) bieten eine platzsparende und montagefreundliche Alternative zu Rohrsystemen. Sollte es nur einen direkten Zuluftanschluss an die Außenwand geben, ist eine Zuluftklappe anzuraten, die kalte Luft bei Nichtbetrieb vom Wohnraum fernhält.

Die verschärfte Variante der Zuluftführung benötigen raumluftunabhängige Systeme, die besonders dicht sein müssen.

Welche Sicherheitsabstände muss ich einhalten?

So schön ein loderndes Feuer auch anzusehen ist, die Brandsicherheit steht an erster Stelle. Im Ofen ist das Feuer zwar sicher, doch dringt die Wärme nach außen, so dass für empfindliche Materialien Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen.

Typenschild mit Angaben zu Sicherheitsabständen an einem Qualitätsofen von wodtke
Foto: Typenschild mit Angaben zu Sicherheitsabständen an einem Qualitätsofen von wodtke

Wie dicht ein Ofen an die Wand gestellt werden kann, hängt immer vom jeweiligen Ofenmodell ab. Die Sicherheitsabstände zu brennbaren Bauteilen nach hinten und zur Seite sind auf dem Typenschild angegeben, das meist an der Ofenrückseite befestigt ist. Für nicht brennbare Bauteile empfehlen wir einen Abstand von 10cm, damit die warme Luft zirkulieren kann. Außerdem lassen sich so auch hinter dem Ofen leichter sauber machen.

Im Strahlungsbereich gilt in Deutschland grundsätzlich ein Abstand zu brennbaren Bauteilen von 80 cm. Dazu gehören Türen, Wände, Fenster. Wir empfehlen auch, Möbel und Elektronik nicht näher zu platzieren. Einen Sonderfall stellen womöglich große benachbarte Glasflächen, wie beispielsweise in Wintergärten dar. Hier kann bei besonders niedrigen Außentemperaturen eine relativ kleine stark erwärmte Glasfläche hohe Spannungen zum umgebenden Glas erzeugen und zum Reißen oder Brechen der Außenscheibe führen. Deshalb sind hier größere Abstände empfohlen.

Einwandige Ofenrohre müssen zu brennbaren Bauteilen (Wände, Balken) einen Sicherheitsabstand von 40 cm einhalten. Mit zugelassenen gedämmten Rauchrohren kann dieser bis auf 10 cm reduziert werden.

Wie kann ich den Fußboden gegen Funken und Glut schützen?

Grundsätzlich gilt natürlich, dass der Betrieb des Kaminofens nur bei geschlossener Tür erfolgen darf. Wenn Holz nachgelegt oder das Feuer geschürt werden soll, so ist das bei größter Vorsicht und mit hoher Sorgfalt vorzunehmen. Dennoch kann es passieren, dass Glutstücken oder einzelne Funken durch die geöffnete Tür aus der Brennkammer in den Aufstellraum gelangen. Um Schäden abzuwenden, sind weitere Vorsichtsmaßnahmen vorgeschrieben.

Bei brennbaren Fußböden oder Fußbodenbelägen muss der Bereich vor und neben der Feuerstätte vor Funkenfall geschützt werden. In Deutschland vorgeschrieben sind 50 cm vor der Ofentür und je 30 cm zur Seite.

Der Funkenschutz kommt beispielsweise bei Fußböden aus Holz, Laminat, Teppichbelag, Linoleum oder Kork zum Einsatz. Nicht brennbare Fußböden aus Beton oder Fliesen müssen nicht geschützt werden. Bewährt haben sich Funkenschutzplatten aus Stahlblech und Glas.

Stahlblechplatten gibt es in verschiedenen Formen, passend zu vielen Ofengrundformen. Manche Platten sind zweifarbig emailliert – eine Seite schwarz, eine Seite grau. So passen sie sich gut in das jeweilige Ambiente ein. Mit nur 2 mm Stärke tragen sie auch nicht zu sehr auf.

Ist der Fußboden im Ofenbereich besonders attraktiv belegt, dann empfiehlt sich die Verlegung einer klaren Glasbodenplatte. So bleibt er auch rund um den Kaminofen sichtbar. Dieser Funkenschutz aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ist ebenfalls in verschiedenen Formen passend zum jeweiligen Schwedenofen erhältlich. Außerdem können Sie zwischen einem glatten Rand (C-Kante) und einer leicht abgeschrägten Umrandung (Facette) wählen. Mehrteilige Platten, so genannte Saisonplatten, gestatten es, außerhalb der Heizsaison einen Plattenteil aus dem Vorfeld des Ofens zu entfernen. Einige Hersteller bieten darüber hinaus Vorlegeplatten aus Glas an, die genau zu bestimmten Ofenmodellen passen.

Gängige Formen für Funkenschutzplatten aus Glas:

Gängige Formen für Funkenschutzplatten aus Glas

Bei Glasplatten, die auf glatte brennbare Fußböden gelegt werden, empfehlen wir, den Rand mit einer extra dafür vorgesehenen transparenten Silikondichtlippe abzuschließen. Damit wird erreicht, dass keinerlei Staub, Tierhaare oder Fussel sich unter der Glasplatte festsetzen. Die Dichtlippen haben eine Fegekante, die eine einfache Reinigung des Ofenumfelds ermöglicht.

Welches Ofenrohr verbindet sicher Kamin und Schornstein?

Die Verbindung zwischen dem Rauchrohr-Stutzen des Ofens und dem Wandfutter des Schornsteins wird mit einem Ofenrohr, auch Rauchrohr genannt, hergestellt. In der Grundausführung besteht es aus Stahlrohr mit 2 mm Wandstärke, das hitzebeständig mit einem Senotherm-Lack beschichtet ist. Dieses Rohrsystem besteht aus mehreren Rohrlängen, Bögen und Übergangsstücken in verschiedenen Durchmessern. Bögen gibt es in einer glatten gezogenen Form oder in der aus mehreren Segmenten geschweißten Variante. Bei dieser eher rustikalen Bauform lässt sich zwischen sichtbaren oder verschliffenen Schweißnähten wählen. Für jede Einbausituation und jeden Einrichtungsstil lässt sich aus diesem System die passende Anschlussvariante zusammenstellen.

Geschweißte, verschliffene und gezogene Bögen mit Reinigungsöffnung für Ofenrohr
Passend zum Kaminofen-Typ und zum Ambiente gibt es verschiedene Ofenrohrbögen. Von links: drei Segmente mit einander verschweißt mit sichtbarer Schweißnahnt, drei Segmente verschweißt mit verschliffener Schweißnaht, als Bogen aus einem Stück gezogen. Die klassischen Farben sind Schwarz, Gussgrau, Gussgrau hell und Metallic Braun (nicht im Bild). Die dargestellten Bögen haben Reinigungsöffnungen passend zur Bauform, von aufgesetzt bis versenkt.

Die meisten Kaminöfen lassen sich entweder nach oben oder direkt nach hinten anschließen. Für den Anschluss nach hinten muss die Feuerungsöffnung im Schornstein exakt auf der gleichen Höhe wie der Anschlussstutzen am Ofen liegen. Beim Anschluss nach oben kann man leicht variieren. Hier bietet es sich an, Rohrbogensets zu kaufen. Sie bestehen aus einem Rohrbogen mit Revisionsklappe, wahlweise mit oder ohne Drosselklappe, einem Wandfutter für den Schornsteinanschluss und einer passenden Wandrosette.

Der Abstand des Ofenrohres zu brennbaren Bauteilen darf nicht weniger als 50 cm betragen, da die Wärmestrahlung über den nur 2 mm starken Stahl erheblich ausfallen kann. Es gibt gedämmte Rauchrohre, die zwischen zwei getrennten Rohrschalen einen Hohlraum bilden, der mit einem Dämmstoff gefüllt ist. Damit lässt sich der Sicherheitsabstand auf 10 cm verringern.

Raab-Wanddurchführung
Foto: Die geprüfte Wanddurchführung der Firma Raab reduziert den Einbauaufwand. Es gibt sie für verschiedenen Rohrdurchmesser und Wandstärken. Wird ein bereits gedämmtes Rohr durchgeführt, kann der innere Dämmring entfernt werden.

Erfolgt der Anschluss an den Schornstein durch eine brennbare Wand, beispielsweise eine Holzkonstruktion, dann ist eine Wanddämmung von 60 cm rund um das Rohr vorgeschrieben. Es gibt jedoch auch geprüfte Wanddurchführungen der Firma Raab, mit denen sich die Dämmung auf rundum 25 cm einschränken lässt. Das spart Montagezeit und –aufwand in erheblichem Maße.

Weshalb dünstet mein Ofen beim ersten Heizen Gase aus?

Das ist völlig normal. Wird ein Kaminofen in Betrieb genommen, kann es sein, dass die lackierten Bauteile erst eingebrannt werden müssen. Die Stärke dieses Effekts, hängt vom verwendeten Lack ab.

Der hitzebeständige Lack ist im Auslieferungszustand noch nicht voll ausgehärtet und erreicht seine Festigkeit erst bei über 300 °C während der ersten Inbetriebnahme. Das trifft übrigens auch auf viele lackierte Ofenrohre zu. Unsere eigenen Monteure tragen weiche Handschuhe, wenn sie die Feuerstätte vor der Inbetriebnahme bewegen, um den noch empfindlichen Lack zu schützen.

Während des Einbrennens entsteht ein Rauchgas und Dunst, die sich im Aufstellraum verteilen. Deshalb ist für eine ausreichende Be- und Entlüftung zu sorgen. Türen zu benachbarten Räumen sind am besten zu schließen, die Fenster im Aufstellraum sind zu öffnen.

Wird der Einbrennvorgang mit einer ausreichend hohen Temperatur vorgenommen, sind bereits beim zweiten Heizen kaum noch Ausdünstungen wahrzunehmen. Ab dem dritten Heizvorgang funktioniert die Feuerstätte, ohne diese Beeinträchtigungen.

Welcher Brennstoff ist für meinen Kaminofen empfehlenswert?

Manche Bauherren meinen, in einem Kaminofen endlich das angehäufte Altholz verbrennen zu können. Fälschlicherweise meinen sie, dass alte gestrichene Fensterrahmen, Scheuerleisten, Möbelspanplatten oder gar brennbarer Hausmüll in ihrem Ofen zu entsorgen seien. Abgesehen von Umweltschutzbedenken tun sie ihrem Schwedenofen damit keinen Gefallen. Ablagerungen können das Innenleben beschädigen, die Scheiben sind regelmäßig schwarz.

In einen Kaminofen gehört gut getrocknetes Kaminholz mit einer Kernfeuchte von unter 20%. Hartes Laubholz wie Buche oder Eiche haben hohe Heizwerte. Harzhaltiges Nadelholz wie Kiefer oder Fichte kann gern zugeheizt werden. Hier ist jedoch zu bedenken, dass zuviel Harz bei der Verbrennung Ruß und Rückstände erzeugt.

Das Holz kann im Handel üblicherweise in Verpackungseinheiten von 1 oder 1,8 Raummetern erworben werden. Bei der Scheitlänge gibt es meist die Wahl zwischen 25 und 33 cm, passend zum jeweiligen Brennraum des Ofens. Die Lagerung des Holzes kann im Freien erfolgen, allerdings luftig gestapelt und nach oben gegen Regen und Schnee geschützt.

Ein alternativer Brennstoff ist beispielsweise das Holzbrikett. Diese bestehen aus trockenen, unbehandelten Holzresten, die unter hohem Druck zusammengepresst werden. Einige Sorten haben in der Mitte ein Zugloch, andere haben etwa die Größe von zwei Kohlebriketts. Aufgrund der hohen Dichte haben Holzbriketts einen großen Heizwert.

Einige Ofenhersteller gestatten auch den Einsatz von Braunkohlebriketts, deren Glut langanhaltende Wärme verspricht. Allerdings verzichtet man dann weitestgehend auf das lodernde Ofenfeuer und hat am Ende weit mehr Asche zu entsorten.

Was bedeutet die Bauart-Angabe für Kaminöfen?

Einige Hersteller führen für ihre Kaminöfen eine Bauart-Angabe. Dabei geht es im Wesentlichen um die Funktion der Ofentür.

Diese Bauartangaben wurden inzwischen durch die Vorschriften DIN EN 13240 und 13229 ersetzt.

Was kostet ein Kaminofen?

Ehrlich? Sie suchen eine Antwort auf diese Frage?

Kein Problem - wir haben sie. Natürlich kann man sich bei der Vielfalt der Formen, Materialien und Funktionen nur in etwa annähern. Dabei konzentrieren wir uns ausschließlich auf Qualitätssortimente aus dem Fachhandel, an denen Sie eine möglichst lange Zeit Freude haben. Zu Billigware aus bekannten Handelsketten äußern wir uns nicht.

Selbstverständlich gehen wir an dieser Stelle ohne Ausnahme auf Ofenlösungen ein, welche die strengen Umweltanforderungen

erfüllen und gleichzeitig die geltenden Bestimmungen zur Brandsicherheit einhalten.

In der folgenden Aufstellung beginnen wir mit einem Basisofen, fügen schrittweise beliebte Ausstattungsmerkmale hinzu und geben dabei immer einen Richtwert für den zu erwartenden Preis an. Die folgende Aufstellung ist deshalb kein Kostenangebot. Sie dient Ihnen als Entscheidungshilfe, um herauszufinden, welche Ausstattung Sie für Ihr Budget in etwa erwarten können.

Die Preise können von Hersteller zu Hersteller variieren. Einige Hersteller und Fachhändler bieten Ausstattungspakete an, in denen die Preise für einzelne Elemente verschmelzen oder unterschiedlich gewichtet werden. Wir hingegen schaffen Klarheit. Nicht für alle Modelle sind sämtliche Ausstattungsvarianten verfügbar, demzufolge verschieben sich die genannten Preise.

1. Grund-Ofen

Der Preis für einen einfachen soliden Kaminofen beginnt bei ca. 1.000 EUR. Dafür können Kunden folgendes erwarten:

2. Gefällige Ofenform

Ist die Grundform eines Ofens in gleicher Bauweise rund oder oval, kostet er ca. 1.200 EUR.

3. Integrierte Ablagen

Soll dieser Ofen oberhalb des Brennraums ein Warmhaltefach und unterhalb ein Holzfach haben, kostet er ca. 1.600 EUR.

4. Individuelle Verkleidung

Statt der Stahlverkleidung kann der Mantel aus einer dekorativen Keramik oder aus einem Naturstein wie Sandstein oder Speckstein / Serpentin ausgeführt werden. Dann kostet der Ofen ca. 2.100 EUR.

5. Feuerraum aus Schamotte oder HiTec-Dämmung

Höherwertige Ofenmodelle schlagen ihren Feuerraum mit passgenauer Formschamotte oder hochwertigen Dämmplatten aus Keramott, Alutec, Thermotte und ähnlichen HiTec-Materialien aus. Mit dieser Ausstattung kostet dieser Ofen rund 2.500 EUR.

6. Gusselemente an Tür und im Feuerraum

Besonders langlebig und formstabil sind Ofentüren aus Gusseisen. Ebenso können die Böden im Feuerungsraum aus Guss gefertigt sein. So kostet dieser Ofen etwa 3.100 EUR.

7. Wärmespeicher im Ofen

Viele Ofenkunden wünschen sich, dass die Feuerungswärme bestmöglich ausgenutzt wird. Wenn man das heiße Brandgas durch einen Speicher leitet, nimmt dieser die Wärme auf und gibt sie nach und nach ab, auch wenn das Feuer im Kaminofen bereits erloschen ist. Mit einem internen Speicher aus Formschamotte kostet ein solcher Ofen rund 3.600 EUR.

8. Raumluftunabängiger Betrieb

In manchen Einbausituationen muss der Ofen eine DiBT-Prüfung auf Raumluftunabhängigkeit durchlaufen haben. In diesem Fall kostet unser Musterofen 4.000 EUR.

9. Automatik

Standardmäßig wird die Menge und Richtung der zugeführten Verbrennungsluft manuell über Schieber am Ofenkorpus geregelt. Man kann diese Funktion aber auch einer Automatik übergeben. Je nach Ausführung (elektronisch, Flüssigkeitsausdehnung, Bimetall) kostet der Ofen dann etwa 4.400 EUR.

10. Speicherverkleidung

Echte Speicheröfen dehnen ihre Speichermasse auch auf die Ofenverkleidung aus. Oft besteht diese aus Speckstein und hält die Wärme über viele Stunden. Mit dieser Funktion beträgt der Ofenpreis ca. 5.600 EUR.

11. Wasserführende Technik

Alternativ kann der Ofen auch als wasserführende Version geliefert werden. Dieser Kaminofen kann dann die konventionelle Heizungsanlage unterstützen. Mit dieser Ausstattung landet der Ofen auch etwa bei 5.600 EUR.

12. Diverses Zubehör

Technische Vorschriften für den Einbau machen möglicherweise weiteres Zubehör nötig, wie beispielsweise:

Außerdem gehört zum gemütlichen Ambiente auch Zubehör für die Benutzung, Pflege und Wartung:

Guter Rat vom Ofenexperten ist nicht teuer

Zum Schluss haben wir noch drei wichtige Ratschläge für Sie:

  1. Sollten nach dieser ausführlichen Beschreibung noch Fragen offen sein, senden Sie uns eine E-Mail oder testen Sie das Chat-Modul auf unserer Website.
  2. Der erste Weg sollte Sie zu Ihrem zuständigen Schornsteinfeger führen. Der Kaminkehrer ist später für die Abnahme der Feuerstätte verantwortlich und gibt Ihnen schon im Vorfeld wichtige Hinweise, mit denen sich grobe Fehler vermeiden lassen.
  3. Gewiss können Sie fast alle Montagearbeiten selbst vornehmen. Da es sich bei einem Kamin oder Ofen jedoch um einen sicherheitsrelevanten Bauteil handelt, ist mitunter Fachwissen erforderlich. Die Beauftragung eines Fachunternehmens ist in jedem Fall die bequemere und manchmal sogar die preiswertere Variante. Ofenexperte.de errichtet in den Bundesländern Berlin und Brandenburg Feuerstätten im Kundenauftrag mit eigenen Montagespezialisten. Für andere Standorte nennen wir Ihnen erfahrene Partnerunternehmen im Bundesgebiet.

Checkliste für den Ofenkauf

  1. Anfrage beim zuständigen Schornsteinfeger, Hinweise zu
    • Schornstein
    • Ofentyp / Leistung
    • Aufstellort
    • Sicherheit
  2. Entscheidung über Art der Feuerstätte
    • Brennstoff (Holz, Holzbriketts, Kohle, Pellets)
    • Design (Eckofen, drehbar, Verkleidung)
    • Funktionen (Speicher, raumluftunabhängig, wasserführend)
  3. Beachtung der Aufstellbedingungen
    • Standort des Schornsteins
    • Dimensionierung des Schornsteins
    • brennbare Bauteile in der Nähe
    • brennbarer Fußboden
    • Zuluftführung
    • Raumluftunabhängigkeit
  4. Entscheidung für einen Kaminofen
    • Berücksichtigung von Art, Design, Funktion und Aufstellbedingungen
    • Qualitätsöfen erkennen Sie an Materialauswahl, Materialstärken, Griffkonstruktionen, Verarbeitung
    • Vertrauen Sie nur einem wirklichen Ofenexperten!
  5. Montage des Kaminofens
    • Entscheidung für einen Montageservice
    • Baufreiheit am Montageort
    • gesicherter, trockener Lagerort bei vorzeitiger Lieferung des Kaminofens
  6. Inbetriebnahme
    • Lüftung während des Einbrennvorgangs
    • Verwendung von Qualitätsbrennstoff
    • Wichtiges Zubehör (Kaminbesteck, Holzkorb, Anzünder)

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